Angst? Vielleicht, aber höllen Respekt vor den nächsten 650 km!!!

Mai 23, 2017 , Posted in Australien

im Nirgendwo

Interview in Mount Isa

 Nun standen 650 km vor mir, wo ich wusste, dass ich nur 2 Verpflegungsorte haben werde. Der Rest der Strecke war ich voll und ganz auf mich selbst gestellt! Die erste Strecke war 193 km weit. Zuerst plante ich auf 5 Tage. Da sagte ich mir: "Nimm Dich zusammen, das schaffst Du in 4 Tagen!" Doch da machte ich die 193 km in 3 Tagen.

Ich berechnete pro 10 km 1,5 Liter Wasser. Dies zum Trinken, zum Kochen und evt. Abwaschen. So hatte ich dann auf meiner zweiten Strecke durchs Nirgendwo zusätzlich 35 Liter Wasser mitgeschleppt. Dazu kommen noch ca. 10 zusätzliche Kilos für die Essensvorräte! Mit dem üblichen Gepäck wie Zelt, Kleidung, Büro, Reparaturmaterialien, Küche etc. waren es gegen 80 kg, die ich mitschleppte. Dann wars soweit; ich lief los - und da kam die erste Verkehrstafel mit der Info "Warning No Fuel 260 km"! Seelenalleine, durchquerte ich die menschverlassene gegend, wo die Natur sowie die Tierwelt noch alles in eigenen Händen haben. Immer wieder kam ich an Wildtier-Herde ran, die jedoch von mir selbst davon rannten. Ich durchstreifte während 5 Tagen die gewaltige Natur, die absolute Einsamkeit! Hätte ich die Kilometer sowie die noch bevorstehenden Distanzen nicht unter Kontrolle gehabt, wäre ich mit Garantie durchgedreht. Über 260 km auf sich alleine gestellt, nagt an der Psyche. Einen platten Reifen, ein defekter Camping-Kocher, selbst gesundheitlich angeschlagen, schlechte Nächte, mieses Wetter und vieles mehr, würden einem zum Verzweifeln bringen. Zum guten Glück lief alles genau so ab, wie ich mir es vorgestellt hatte und vorallem geplant hatte. So kam ich mit überströhmender Glückseelikgeit nach dem Grenzübergang Northern Territory / Queensland im Örtchen Camooweal an, wo ich feststellen durfte, dass meine Berechnungen bezüglich Wasser und Nahrung voll und ganz aufgingen. PAUSE!

So, nurnoch 4 Tage bzw. 188 km bis Mount Isa. Nach dem weiteren Kräfteschöpfen lief ich wieder los. Ich plante meine Rastplätze 2 x am Strassenrand, bzw irgendwo an einer Kreuzung sowie 2 x an einem Rest Areal. Und auch diese Vorgaben konnte ich bestens einhalten. Ich plante 2 x um die 50/55 km am Tag sowie 2 x ca. 40 km. Doch... Schon seit Beginn der Strecke hier in Australien hatte ich immer und immer wieder mit Gegenwind zu kämpfen! Ich schob ca. 80 kg Gepäck vor mich hin - da quälte mich immer wieder der Gegenwind - er brachte mich teilweise an meine emotionale Grenze, wo ich einfach nurnoch raus schreien konnte! Ich verfluchte diesen Gegenwind immer und immer wieder. Gleichzeitig hatte ich auf dieser Outback-Strecke immer wieder mit einer Fliegenplage zu kämpfen! 200 Fliegen und mehr summten ständig um meinen Kopf herum! Essen...!?! Das war sowas von grausam!!! Ich konnte kaum essen, ohne dass ich Fliegen im Essen und im Mund hatte! Das war eine riesen Plage.

Doch dann kam ich total erschöpft, doch überglücklich in Mount Isa an und wusste, dass ich eine der härtesten Strecken hinter mir hatte - es war gewaltig, gigantisch, extrem, emotional - einfach whow! Doch bitte... niemehr wieder!

 Now stood 650 km before me, where I knew that I would have only 2 food places. The rest of the route I was fully focused on myself! The first strech was 193 km. First I löanned on 5 days. Then I said to myself: "Don't be a wimp! You can do it in 4 days!" But I managed this 193 km in 3 days!

I calculated 1,5 liters of wahter per 10 km. This was for drinking, cooking and possibily washing. So I had then draggen 35 liters of water on my second stretch trough nowhere. I addition there are about 10 additional kilos for the food supplies! Then it was so far; I walk off - and there came the first treffic sign whit the info "Warning No Fuel 260 km"! So I crossed the deserted area, where nature and the animal world still had everything in their own hands. Again and again I came to wild animals herds, which ran however from myself of it. I roamed the mighty nature for five days. If I hadn't this km under control, I would have gone trought with warranty.About 260 km on its own, gnawing at the psyche. A flat tire, a broken camping stove, even an health care, bad nights, bad weather and much more, would make you despair. To the good luck, everything went exactly as I had imagined it and had planned especially. So I came across the border crossing of Northern Territory / Queensland in the village of Camooweal, where I was able to ascertain that my calculatios on water and food were fully up-to-date! Break!

So, just 4 days or 188 km to Mount Isa. After the further strength I walk again. I planned my rest stops 2 times at the roadside, and 2 times on the rest area. And also the specifications I could best. I planned 2 times around 50/55 km, 2 times about 40 km. But... Since the beginning of the track here in Australia, I haded always to fight with the headwind. I pushed about 80 kg of luggage in front of me - there tormented me again and again the headwind - he brought me partly to my emotional limit, where I could just scream out! I cursed this headwind again and again. At the same time I had to fight with a flyplag on this Putback-route again and again! 200 flies and more where buzzing around my head all the time! Eat...!?! That was something of cruel! Icould hardly eat without having flies in my food and mounth! That was a huge plague.

But then I arrived, totaly exhausted, but overjoyed in Mount Isa and knew that I had one of the hardest track behinde me - it was huge, gigantic, extreme, emotional - just whow! But please... never again!

Start Australien, Darwin bis Townsville, 2'600 km

Mai 12, 2017 , Posted in Australien

geraaaaaaaade aus...!

Nach Renner Springs Desert

In Bali gestrandet, gings für die Wintersaison wieder ins Hotel Castell, um zu arbeiten. So flog ich anfangs April 17 wieder nach Bali zurück, um mein Depot mit dem Kinderwagen abzuholen. Einen Tag später flog ich nach Darwin, Australien. Ich lebte mich etwas ein, bis ich am 13. April 17 wieder startete.

 

Ich merkte nach dem ersten Tag schon, dass es sehr einsam werden würde. Und obwohl es Herbst war, zeigte mein Thermometer immer zwischen 42 und 50 Grad an. Das zermürbte mich die ersten zwei Wochen. Doch mein Körper gewöhnte sich allmählich daran. Doch was faszinierend war, das sind die extremen Distanzen. Durchschnittlich musste ich ca. 100 km laufen, bis ich mich irgendwo wieder verpflegen und neu eindecken konnte. Zudem gab es Streckenabschnitte, die teils 20, 30, sogar 40 Kilometer nur geraaaaaade aus gingen! Kurven, fehlanzeige. Und kam doch mal eine, war dies das Highlight des Tages! Ich kam relativ gut voran. Was im Outback von Australien genial ist, dass sie alle ca. 60 bis 120 km einen Rastplatz haben, wo ich auch übernachten konnte. So musste ich nicht immer am Strassenrand nächtigen, ich konnte mich teils sogar mit dem Zelt unter ein Dach begeben.

Doch die Natur, die Landschaft, die Weite, die Einsamkeit, die Tierwelten und das etliche kilometerweite Laufen, ohne, dass sich irgendetwas verändert hatte, das war gewaltig! Ich lief immer wieder über eine halbe Stunde lang an der Strasse entlang, ohne dass ich ein Fahrzeug sah. Und so war da die Stille, die so still war, dass man fast Angst bekam. Nach etwas mehr als 1'000 km kam ich an mein erstes grosses Ziel, der "Three Way"-Kreuzung, wo ich nichtmehr südlich lief, sondern nach Osten abbiegen musste. Doch vor dieser Strecke hatte ich höllen Respeckt - ich überlegte mir sogar, wie ich mir eine Ausrede bereit halten kann, damit ich diese Strecke umgehen könnte!

Landed in Bali, went for the winter season back to the Hotel Castell to work. So I flew back to Bali in the beginning of april 17 to pick up my depot with the babybuggy. A day later I flew to Darwin, Australia. I started my walk again on april 13th.

I noticed after the first day that it would be very lonely. And although it was autumn, my thermometer always showed between 42 and 50 degrees. That stung me to first two weeks. But my body gradually got used to it. But what was fascinating was the extreme distances. On average, I had to walk about 100 km, until I could shop again food and new covers. In addition, there were sections of the route, which ran 20, 30 even 40 km only straight ahead. Curves? No where! And the came a time, this was the highlight of the day! I was relatively well advanced. What is in the outback of Australia verry great, that they have all about 60 to 120 km a restarea, where I could also stay. So I did'nt always have my rest and spend the night at the roadside, I could partly even go with the tent under a roof.

But the nature, the landscape, the expanse, the loneliness, the animal worlds and the miles of walking, without any change, was tremendous! I always walk along the road for more than half an hour without seeing a vehicle. And so there was the silence that was so quiet that you almost got scared. After a little more than 1'000 km I came to my first big goal, the "Three Way" crossroads, where I had not been walking south, but had to turn east. Before this circuit I had hellish rivals - I even thought about how I could get a excuse ready so I could handle this track!